Orks
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Orks in der Silbermark
"Einst verarmte Wilde,
ohne Wert und Sinn und
gezwungen zu Plünderungen.
Nun wertvolle Kämpfer Mammons,
geeint im Ziel mit alten Feinden und
Nomaden auf den Wegen des Handels
Auszug aus dem Canon Auri Mammonis
Kurzfassung- Organisation des Volkes: Stämmen der drei großen Sippen
- Hauptsiedlungsgebiet: leben verstreut ohne eigene Städte
- Oberhaupt: kein Oberhaupt für alle Orks
- Glauben: Mammon, mehr als weniger
- Verhalten: Nomaden, Händler und Vorstreiter Mammons
Die Kirche sagt
Niemand weis so genau, wie viele Stämme existieren, was vor allem daher rührt, dass die Orksippen Nomadenvölker sind und eigentlich keine Geschichtsschreibung betreiben (was wohl vor allem daran liegt, dass die meisten nicht schreiben können). Dennoch kultivieren ihre Priester eine Art mündliche Überlieferung der Geschichte, wobei die Priester in zwei von drei Sippen den Platz der Schamanen eingenommen haben. Die Hierarchie und Struktur der Stämme wirkt für außenstehende oft primitiv und unkultiviert. Wie bei ausländischen Stämmen auch, gibt es eine Stammesführung bestehend aus einem Kriegshäuptling und einem Priester, welcher Mammons Lehren im Stamm verbreitet. Doch die Orks brauchen oft nicht mehr und eines steht fest; selbst die wildesten Krieger folgen den Lehren des Güldenen. Zu unserem Leidwesen sind jedoch immer noch viele Krieger (besonders unter den Braunpelzen) der Meinung, Mammon durch Plünderungen am Besten dienen zu können. Andererseits gibt es auch unter den Orks gewiefte Händler, welche einen ehrbaren Mann unter den Tisch feilschen können. Im Regelfall jedoch, dienen die Orks dem Güldenen, indem sie ihr Geld durch Söldnertum und Viehwirtschaft erwirtschaften. In jedem Ork lauert viel Zorn und in der Schlacht sind sie ungeschlagen. So hat jeder Händler gern ein paar der Wilden um sich, wenn er sich sicher ist, ihnen genug bezahlt zu haben. Es gab bis vor kurzem keinen bekannten Fall eines Orks, der einen Posten im Händlerrat errungen hatte. Doch im Jahre 307 n.d.P wurde die Grünhaut Vaargh Ravag zum Legislator erwählt und ernannte kurz darauf viele seiner Stammesbrüder in die Ränge von Exekutoren und Judikatoren. Innerhalb der Kirche galt dies als gutes Omen, da die Orks sich so immer mehr in die Gesellschaft der Freien Silbermark eingliederten.
Vorwort
Mit knapp 35.000 Köpfen stellen Orks gut ein Zehntel der Bevölkerung in der Freien Silbermark. Zeit, sich einmal näher mit den Kulturen unserer orkischen Mitbürger zu befassen. Die Grünhäute, die Braunpelze und die Schwarzorks könnten unterschiedlicher nicht sein. Geeint sind sie durch ihre Abstammung, ihre Heimat und zumindest größtenteils durch den Glauben an Mammon. Sie sind traditioneller als die Menschen in der Mark, aber nicht so konservativ wie die Zwerge. Sie lassen es ihrem Kleidungsstil gern ansehen, dass ihre Vorfahren einst kriegerischere Nomaden waren. Reiterkleidung und Leder sind sehr beliebt die Farben entsprechen denen der Steppe, werden aber gerne mit bunten Details verziert. Dadurch wirken sie manchmal fremd auf uns – aber auch faszinierend und exotisch.
Die Grünhäute widmen sich oft dem Handel, sind zivilisierte Nachbarn und häufig in Städten anzutreffen. Die Braunpelze geben sich gern dem Plündern hin und es zieht sie mehr als andere in die Wildnis. Sie leben zurückgezogen in den dünn besiedelten Nordhöhen. Die Schwarzorks hingegen haben wohl die gefährlichsten Krieger von allen. Sie haben mit ihrem Blut erheblich zur Befreiung unseres Landes beigetragen. Man sagt, sie spüren keinen Schmerz und wo sie kämpfen hinterlassen sie nur verbrannte Erde.
Vorurteile? Klischees? Der Autor dieser Zeilen hat sich zum Ziel gesetzt, eine vorurteilsfreie Sicht auf unsere orkischen Mitmärker zu präsentieren und wünscht viel Vergnügen bei der Lektüre.
Ihr Jaspar Scherttzinger
Der Stamm der Grünhäute
Aus dem Hangstädter Archiv
Geschichte
Der Legende nach hat Goll vor vielen hundert Jahren die viele Dutzend zählenden Stämme der östlichen Steppen zu einem großen Stammesverband geeint. Diese Reiterhorde das mächtigste was die Orksteppe je ausspie und sollte über Jahrhunderte ohne Vergleich bleiben.
Mehrere strenge Winter brachten die Horde allerdings in eine schwierige Lage. So viele Mäuler konnte man unmöglich dauerhaft in der Steppe ernähren. Deshalb sandte Goll Späher aus, um nach neuem Siedlungsland zu suchen.
Die Späher berichteten nach langer Wanderschaft von einem großen und fruchtbaren Land westlich der Orksteppe. Sie berichteten auch, dass Kriege und Fehden das Land verheert hatten und es weitgehend entvölkert war. So beschlossen Goll und seine Unterhäuptlinge, mit der Horde nach Westen zu ziehen. Aufgrund des früh einsetzenden Winters musste der Stammesverband nach Süden ausweichen und schlug im Tal des Wilden Eich ein Winterlager auf. Der Hunger hatte Golls Volk bereits geschwächt und dezimiert, doch zu allem Überfluss betrachteten die in den Blutschneebergen heimischen Oger die geschwächten Orks als leichte Beute und fielen über den rastenden Treck her.
Jahreszeiten und Schlachtenglück wechselten, doch am Ende waren Goll und seine Grünhäute siegreich. Tal für Tal, Stück für Stück eroberten sie das Land siegreich. Kein Oger überlebte das Gemetzel und der Stamm besiedelte das Land entlang des Eichs. Schon damals zog es die meisten Grünhäute ins fruchtbarere Flachland und sie überließen die Vorgebirge der Blutschneeberge den von Norden her einwandernden Schwarzorks.
In späteren Jahrhunderten kamen Menschen, Flüchtlinge und Exilanten aus Llamar und ließen sich am Unterlauf der Wipper nieder. Anfänglich waren es nur wenige, die dort siedelten, doch es kamen mehr und mehr Menschen. Als der Landhunger der Neusiedler schließlich auch vor den Ländereien der Grünhäute nicht mehr zurückschreckte, verschlechterten sich die einst nachbarschaftlichen Beziehungen rapide und die Grünhäute griffen zu den Waffen.
Lange Zeit war das Reiterheer der Grünhäute der bedeutendste Machtfaktor in der südlichen Hälfte der Silbermark und garantierte so die Sicherheit des Stammesverbandes. Eich und Schwarzer Ropach bildeten zu jener Zeit die Grenze zwischen den Siedlungen der Menschen und der Orks.
Erst als der Bärenstamm sich über die anderen menschlichen Stämme erhob und aus den Nordhöhen gen Süden zog änderte sich das Leben der Grünhäute. Menschen und Orks kämpften allein, jeder für sich, unfähig sich zu vereinen, gegen den Feind.
Zuerst wurden im Frühjahr 666 v.d.P. die Menschen im Tal der Wipper geschlagen, dann das Eichbecken erobert und schließlich im Sommer 664 v.d.P. die Weite Senke überrannt. Lediglich die menschlichen Siedlungen in den Gallmarschen blieben, aufgrund ihrer Lage, vorerst verschont.
Anfänglich konnte das Aufgebot der der Grünhäute unter ihrem Häuptling Torsek die Eroberer am Eich aufhalten. Der breite Strom verschaffte ihnen eine Atempause – lang genug, um Krieger zu sammeln und alles auf eine Karte zu setzen.
Doch im Laufe des Krieges erhob sich Eichenherz in den feindlichen Reihen zum Feldherren und bezwang letztlich den stolzen Häuptling Torsek mitsamt seinem Reiterheer in einer gewaltigen Schlacht im Herbst 662 v.d.P. in der westlichen Grenzlandheide.
Kein Krieger floh damals vom Felde. Kein Kämpfer der Grünhäute wich zurück. Sie alle wussten, dass dies ihr letztes Gefecht war. Das letzte Aufgebot. Keine Reserven mehr. Die Schlacht in der Grenzlandheide hatte nur einen Zweck: genug Zeit erkaufen, damit Frauen und Kinder vor dem Zorn der Sieger fliehen konnten. Krieger und Pferde starben auf dem Felde, Frauen und Kinder überlebten in den Sümpfen und Kriegshäuptling Eichenherz beeindruckt vom Mut der Unterlegenen, benannte den Ort seines Sieges nach dem bezwungenen Feind.
Gut versteckt in den weitläufigen Feuchtgebieten der Siebensümpfe und der Gallmarsch überdauerten die Sippen der Grünorks die folgenden Jahrhunderte und begannen für die Barone zu Gallwasser zu arbeiten, ohne dabei aber Herkunft und ältere Bündnisse zu vergessen.
Die meisten Grünhautsippen wurden im Laufe der Jahrhunderte sesshaft und rangen den Feuchtgebieten ihre Existenz ab. Sie haben diese Form des Überlebens heute zur Kunst entwickelt und ein weit verzweigtes Netz aus Wasseradern durchzieht die Siedlungszentren der Grünhäute. Der Verkehr wird mit kleinen Booten abgewickelt, die im flachen Wasser gestakt, oder gerudert werden.
Die Barone zahlten gut, um die Boote auf dem Eich und seinen verwundenen Nebenarmen zu schützen und für die Jagd auf Gnome. Ihre eigenen Boote wurden von den Gnomen und ihren Brüdern verschont und falls doch einmal Gnome nach Gallwasser gebracht wurden, hatten sie meist eine ansteckende Krankheit oder waren alt.
Die Prophetin versprach ihnen Land und den Gnomen die Vernichtung des alten Feindes. So unterzeichneten sie den Bundesvertrag, bevor Torsek eingenommen wurde.
Nach dem Befreiungskrieg ließen sich einige Sippen in der ihnen nun überlassenen Grenzlandheide nieder. Für Ackerbau war das Grünland nicht sonderlich gut geeignet, dafür umso besser für die Viehzucht und so kauften sie Zuchtpferde aus dem Inland, Lladrien und Pallyndia. Damit wurden die Grundlagen für die heute berühmte Güldengörzer Pferdezucht gelegt.
Nach dem Sumpflandaufstand verließen einige Sippen ihre langjährige Heimat in den Siebensümpfen und zogen in die Städte der Region – vorwiegend nach Gallwasser und Torsek. Von dort aus war es ihnen möglich, ein verzweigtes Handelsnetz unter den benachbarten Stämmen – auch jenseits der Grenze zur Orksteppe – aufzubauen.
Das Stadtviertel Walanger in Torsek liegt alten Aufzeichnungen zufolge nach am Rand des alten Schlachtfeldes. Ein beeindruckendes, aber stark verwittertes Kenotaph befindet sich nahe der südlichen Einfriedung am Waschplatz in der Fleischergasse. Es ist dem gefallenen Häuptling der Grünhäute gewidmet. In seiner direkten Nachbarschaft befindet sich eine kleine Kapelle, die dem Heiligen Gottschalk, dem Schutzpatron der Soldaten, geweiht ist. Sie dient als Wallfahrtsort für Häuptling Torsek.
Stamm
Laut letztem Zensus zählen sich etwa 15.000 Individuen dem Stamm der Grünhäute zugehörig. Bevölkerungszentren sind vor allem die Siedlungen in der Grenzlandheide, den Siebensümpfen, sowie die Städte Torsek und Gallwasser. Ein wichtiger Ort ist die Siedlung Bognatzhusen. Das große Dorf stellt gewissermaßen das Zentrum des alten Siedlungslandes dar. Nach dem Sumpflandaufstand war das Gebiet einer der wichtigsten Rückzugsorte der Grünhäute. Trotz der vielen Generationen, die in den Siebensümpfen aufgewachsen und gestorben sind, wurde das alte Erbe des Stammes bis in die Gegenwart tradiert. Dieses Erbe beinhaltet die stolzen Legenden von den Helden der Reiterhorden aus der Vorzeit und die Leidensjahre nach der Niederlage gegen Eichenherz. Der Stamm besteht aus einer Vielzahl von familiär verbundenen Sippen. Jede Sippe hat einen eigenen Häuptling, der in den letzten Jahrzehnten zunehmend einer Art Friedensrichter ähnelt und einen eigenen Priester, der in den Priesterseminaren der Mammonkirche ausgebildet wurde. Die Grundwerte wie ihre pragmatische und auf den Ruf bedachte Lebenseinstellung wird auch durch ihre Legenden und die Häuptlinge als Träger der Sippenidentität tradiert. Die unterschiedlichsten Gilden wie zum Beispiel die Ziegenhorn, Nussschale, Sumpfholz, Grüntorf und Güldenställe bilden ein stetes Bindeglied zwischen den Sippen der Grünhäute. Die Gildenmeister haben in vielen Fällen mehr Einfluss auf die Sippen, als die jeweiligen Häuptlinge. Konservative Grünhäute sind mit dieser Entwicklung weniger zufrieden, während die merkantiler orientierten Teile des Stammes diese Entwicklung eher fördern. Wahre deinen Ruf! Das ist das wichtigste Gesetz des Stammes. Eine Grünhaut mit einem schlechten Ruf wird von seiner Sippe gemieden, wenn nicht gar ausgestoßen. So war es in früheren Zeiten kaum verwunderlich, dass Grünhäute schnell jemanden zum Kampf forderten, wenn dieser ihren Ruf zu Unrecht schädigte. Heutzutage werden solche Streitigkeiten oft auf der Grundlage des Codex Mammonis vor den Gerichten der Mark ausgetragen, oder von den Häuptlingen geschlichtet. Ein guter Ruf ist schließlich bares Silber wert. Frauen haben im Kampf nichts verloren, werden aber ansonsten so sehr geachtet, dass sich selbst die eher für Menschen typische Monogamie unter den Grünhäuten verbreitet hat. Eine Familie muss nun einmal auch in den schwersten Zeiten zusammenhalten und so wird Ehebruch (egal von welcher Seite) mit dem Verlust sämtlichen Besitzes bestraft, wenn sich der betrogene Partner nicht gnädig zeigt. Pferde und anderes Vieh stehen im Mittelpunkt der Sippen in der Grenzlandheide. Aus ihrer Zucht stammen die wertvollen Güldenflagger. Ein Grünork aus der Heide kann meist ebenso gut reiten wie laufen. Die Gestüte sind die wichtigsten Ansiedlungen in der Heide und ein Zentrum der orkischen Kultur in diesem Landstrich.
Zusammenleben in der Freien Silbermark
Die Städter leben vor allem vom Fernhandel über Land, fahren zur See, gehen handwerklichen Berufen nach, oder arbeiten in der Verwaltung. Sie unterscheiden sich in der Lebensweise kaum von den menschlichen Bewohnern der Städte. „Praktisch wie eine Grünhaut“ ist ein geflügeltes Wort in der Mark und beschreibt den Stamm und auch das Verhältnis der Silbermärker zu den Grünhäuten recht gut. In der Wahrnehmung der meisten Silbermärker bezieht sich die Redewendung vor allem auf die Siebensümpfer, die den bis heute am deutlichsten wahrnehmbaren Teil der Grünhäute bilden. Der sprichwörtliche Pragmatismus und der gute Ruf stehen vor falschem Stolz oder überholter Tradition. Das Überleben der Sippe und des Stammes war in der Vergangenheit der Kern ihrer Volksidentität und nur die Anpassung an die schwierigen Verhältnisse in den Siebensümpfen machte das möglich. Fleiß und Improvisationstalent machten aus Teilen der schmatzenden Sümpfe eine einzigartige Kulturlandschaft. Ärmliche Hütten und verwahrloste Gesellen wird man hier aber vergeblich suchen. Die Flussarme sind sorgfältig befestigt und schmucke Bauernhäuser säumen die kanalartig anmutenden Wasserläufe. Weg und Steg sind gut ausgebaut und über zahlreiche Brücken und Fährverbindungen gelangt der Reisende bis in die entferntesten Winkel der Region.
Die Siebensümpfer Sippen leben vor allem vom Obst- und Gemüseanbau in den fruchtbaren Teilen der Siebensümpfe. Siebensümpfer Einlegergurken sind heutzutage in der gesamten Mark bekannt und werden gerne zu deftigen Würsten und im Winter gegessen. Meerrettich aus dem Anbau der Grüntorfs gilt als besonders pikant und wird gerne zum Würzen von herzhaften Gerichten benutzt. Siebensümpfer Senf ist sogar über die Landesgrenzen der Silbermark hinaus bekannt. Die meisten Grünhäute, vor allem aber die Städter, sind vollständig in die silbermärkische Gesellschaft und die mammonitische Glaubensgemeinschaft integriert.
Orks in der Regierung
Es gab bis vor kurzem keinen bekannten Fall eines Orks, der einen Posten im Händlerrat errungen hatte. Doch im Jahre 307 n.d.P wurde die Grünhaut Vaargh Ravag zum Legislator erwählt. Seinem Einfluss ist es sicherlich zu verdanken, daß nur 2 Jahre später Romilda Rogmesch zur Judikatorin der Diözese Siebensümpfe ernannt wurde. Vor allem für die in der Provinz ansässigen Orks ist das ein großer Schritt.
Aussehen
Grünhäute haben, wie der Name bereits sagt, grüne Haut. Dazu ähneln diese Orks den Menschen, wenn sie auch meist eine kräftigere Statur und eine nach vorn gewölbte Stirn besitzen. Im Vergleich zu anderen Orks haben die meisten Grünhäute kürzere Hauer und abgerundete Ohren. Beides soll angeblich durch zu häufige Vermischung mit Menschen, während der Zeit der Barone, entstanden sein. Noch vor einigen Jahrzehnten reagierten viele Grünhäute ungehalten auf derartige Äußerungen. Inzwischen hat sich die Lage jedoch weitgehend entspannt. Gelegentlich gibt es sogar mit dem Segen der Kirche Mischehen zwischen Menschen und Grünhäuten.
Schwarzorks
Geschichte
Die älteste Legende, die von Ul`Tebok, erzählt von einem Tal im Norden und einer einfallenden Menschenarmee. Der Stamm soll die Invasoren stets geschlagen haben. Doch ihre schwachen Brüder aus anderen Stämmen versagten. So führte Häuptling Ul`Tebok seine Sippe im sechsten Sommer des Krieges gen Süden. Sie umgingen die Bollwerke der Zwerge und fielen über die vereinzelten menschlichen Siedlungen her. Da diese keine würdigen Gegner waren, zog die Horde an die Bergpässe zur Orksteppe und begannen ihre Fehden mit anderen Orkstämmen. In dieser Zeit hat sich die Haut der Schwarzorks abgedunkelt. Der Legende nach rang Ul`Tebok den Yuarl Rotfell, einen Naturgeist in der gestallt eines gewaltigen Wildebers, nieder und gab seiner Sippe das Fleisch des Ebers als Stärkung. Als Zeichen der gewonnenen Stärke habe sich die Haut verdunkelt. So gilt eine möglichst dunkle Haut noch immer als Zeichen der Stärke, Jugend und Gesundheit. Erst als Eichenherz, mit den Braunpelzen, das Land mit dem Schwert einte, mussten die Schwarzorks weichen. In der entscheidenden Schlacht am Blutschneepass wurde der alte Ul`Tebok von hinten erstochen, kurz bevor er Eichenherz bezwingen konnte. Die geschlagene Sippe wurde gejagt und die Überbleibsel flohen gen Osten. Die nächsten Jahrhunderte waren hart für Schwarzorks und ihre Zahl sank in der Orksteppe rapide. Erst als die dekadenten Barone ihre alten Bündnisse brachen und untereinander stritten, fiel Ul`Hagreg mit der schwarzorkische Horde in die einstige Heimat ein. Erst sicherten sie sich wichtige Grenzpässe und danach fielen sie über plündernde Steppenorks her. Zwar kam es auch zu Geplänkeln mit Bergarbeitern und Hirten der Köhlerberge, doch diese waren keine Krieger und somit keine würdigen Feinde. So kam es, dass die Köhler den Schwarzorks in kalten Wintern Obdach boten und das unausgesprochenes Bündnis entstand. Als die Barone von Brun im Jahre 454 B.Z. die Kohlesteuern erhoben und im Jahre 455 B.Z Truppen zu den Köhlern entsandten, verfestigt sich das Bündnis, da die Orks die Schmuggelkarawanen schützen und Bruner Truppen beseitigten. Zwei Fakten trieben später die Schwarzorks in die Reihen der Prophetin. Die Barone hatten viele gefürchtete Söldner des Bezwingung viel Ruhm einbringen würde und im Gegensatz zu den Baronen, bezahlte Pekunia Waeland stets die aussehenden Löhne ihrer Soldaten.
Sippe
Nach dem Befreiungskrieg änderte sich für die Sippe nur wenig. Ihre Kriegskunst war nun im ganzen Land gerühmt und gern bezahlt, einige Stämme siedelten nun an der Grenze zu Lladrien und sie stellen mit den Grünhäuten eine der berüchtigtsten Kohorten der Freien Silbermark, die Stahlhauerkohorte. Neben dem Dienst in der Kirch des Mammon sind die Orks bekannt für ihre Söldnergilde „Schwarzfels“, ihre in der Sturengilde vereinte Sturenzucht und ihre Zähigkeit. Dazu hält sich hartnäckig das Gerücht, Schwarzorks empfinden keinen Schmerz. Bis zu einem gewissen Grad stimmt dies sogar. Jeder Schwarzork, egal ob Krieger, Züchter oder Abweichler muss eine Mutprobe, welche meist mit großen Schmerzen verbunden ist, bestehen, um als vollwertiger Erwachsener zu gelten. Die Schmerzen sind oft so hoch, dass spätere Wunden wesentlich leichter ertragen werden können. Krieger werden leicht bewaffnet in Gruben mit Sandgräbern, Wildschweinen oder Rüsselhirschen geworfen. Züchter sollen ein Sturen im Winter viele Tage über Berge tragen, ohne diesen absetzen zu dürfen. Abweichler werden in der Wildnis ausgesetzt, gebrandmarkt und dürfen sich erst wieder einem schwarzorkischen Stamm nähern, wenn ihr Rum ihnen vorauseilt. Letzteres wird nicht als Schande angesehen, sondern als große Ehre den eigenen Weg zu gehen. Doch sollte der junge Ork dabei versagen, wird er nie wieder in die Hallen der seinen einkehren. Nicht einmal im Tote. Noch größere Schande bedeutet es für einen Schwarzork, wenn ihm die Hauer vom Stamm gebrochen werden. Dies geschieht nur bei den größten entehrenden Taten, wie Fernkampfwaffen in einem rituellen Kampf benutzen und ähnlich gewichtiges. Generell kämpfen Schwarzorks nur mit Nahkampfwaffen. Auch muss der Feind wissen, dass der Krieger ihn angreift. Dazu ist es ehrenvoller einen wehrlosen den sicheren Tod durch Hunger und Kälte auszusetzen, als ihn selbst zu töten. Alte Krieger, welche sich nur noch als Belastung für ihren Stamm sehen gehen mit einer kleinen Gruppe aus ihrem Stamm auf ihre letzte Jagd, oder fordern junge Krieger heraus, um im Kampf zu sterben. Schwarzorks dürfen sich so viele Frauen zum Weibe nehmen wie sie versorgen können. Das Gleiche gilt auch für Frauen, auch wenn eine Frau mit mehreren Männern unüblich ist. Im Allgemeinen stehen Frauen den Männern in nichts nach. Wenn sie sich beweisen, dürfen sie selbst Krieger werden. Dazu erziehen Mütter drei bis fünf zukünftige Krieger. Dabei können sie sich zwar auch auf den ganzen Stamm verlassen, doch selbst das friedfertigste Schwarzorkkind ist wesentlich aufreibender als eine Horde menschlicher Kinder des gleichen Alters. Ehre und Ruhm ist das einzige was das schwarzorkischen Temperament in Zaun hält. Selbst die Züchter streben nach Ruhm in ihrem Handwerk und machen auf ihrem Gebiet selbst Handelshäusern wie Nemropos Konkurrenz. Seit wann die Schwarzorks die Sturen züchten ist nicht bekannt, doch selbst Ul`Tebok soll seine Habe auf einem dieser robusten Esel transportiert haben. In Ehre durch Streit zum Ruhm!
Aussehen
Schwarzorks neigen zur großen Statur egal ob schlank oder kräftig gebaut. Ihre Haut ist von dunkelgrün bis schwarz, blasst aber im hohen Alter aus. Ihre Hauer sind oft gepflegter als bei anderen Orksippen und ihre säbelartigen Ohren ausgefranst.
Braunpelze
Geschichte
Über die Braunpelze ist nicht viel bekannt und selbst Legenden geben kaum Aufschluss über ihre Vergangenheit. So hießt es, die Braunpelze waren von je her auf dem Land der späteren Silbermark anzutreffen. Funde beweisen, das die ihre ursprünglichen Siedlungsgebiete an den Hängen zum Dunkelwald lagen und sich rauf bis in den äußersten Norden des Tals zogen. Erstmals werden sie in den Legenden um Eichenherz erwähnt, wo sie erst als Feinde erbitterten Widerstand leisteten und sich dann Gweros unterwarfen. Bären spielten bereits vorher in deren Legenden eine erhebliche Rolle und ein Krieger wurde erst als solcher geduldet, wenn er einen Bären allein erlegt und dessen Fell gehäutet hatte. Erst mit den Braunpelzen gelang es Eichenherz die Schwarzorks zu brechen und die Silbermark unter sich zu einen. Bei der entscheidenden Schlacht war es Rimsch, Häuptling der Braunpelze, welcher dem feindlichen Häuptling einen Speer in den Rücken schleudert, als dieser Eichenherz zu Boden geworfen hatte. Rimsch überlebte unbewaffnet wie er nun war die Schlacht nicht. Doch Gweros beschenkte die Braunpelzen reich, indem ihnen fortan am Körper Haare den Bären gleich wuchsen. Fortan führten sie ein angesehenes Lebens als Krieger der Wälder, schamanische Berater der Barone und Boten des Gweros. Auch als die Barone sich im Jahre 257 B.Z von Gweros abwandten, blieben die Orks ihrem Gott treu und kämpften bis zum letzten Mann. Die vereinzelten, welche die Folgejahre überlebten zogen sich in ihr Ursprungsgebiet zurück und überdauerten dort. Vergangenes wurde zu Legende und Legenden wurden Vergessen, doch Hass kann nie vergessen werden. Im laufe der Jahrhunderte führten die Braunpelze ihre Überfälle auf die Menschen der Baronien fort, ohne sich an den wahren Grund der Fehde zu erinnern. So schlossen sie sich dem Mammonkult an. Nicht aus Sympathie für die Prophetin, sondern wegen des Feindesfeind.
Sippe
So sehr es die Kirche Mammons auch versuchte, die meisten Braunpelze ließen sich bis zum heutigen Tag nicht bekehren. Zwar behaupten sie immer wieder mammontreue Silbermarker zu sein, doch die unregelmäßigen Plünderungen im Grenzgebiet sprechen eine andere Sprache. Noch immer sind Schamanen anstelle von Mammonpriester die Berater der Häuptlinge und noch immer verehren sie den großen Bären, was auch immer das sein mag. Sie sehen sich selbst als Teil der gnadenlosen aber gerechten Natur. Es gilt das Recht des Überlegenen, wobei stärker nicht gleich überlegener bedeutet. Schamanen werden abergläubisch als Verbindung zu den Ahnen verehrt und jeder Häuptling überlegt sich zweimal, ob er nun einen Schamanen beseitigt oder nicht. Dennoch ist der Häuptling eines Stammes nur den Ahnen Rechenschaft schuldig. Für Braunpelzfrauen gilt das gleiche Recht im Stamm wie für alle anderen. Doch, auch wenn Braunpelzfrauen Menschen körperlich überlegen sein dürften, unter den Braunpelzen bilden sie, neben den wenigen alten und den vielen Kindern, das schwächste Glied. Ist eine Frau stark genug sich gegen eine Vermählung zu wehren, wird sie nicht vermählt. Gilt eine Frau überlegen genug sich gegen die Männer durchzusetzen, wird ihr der Respekt entgegen gebracht, der ihr zusteht. Doch das trifft für die wenigsten zu. Die wenigen Braunpelze, welche sich dieser Tradition wiedersetzen, sind meist Ausgestoßene. Die Ausgestoßenen findet man, am Rande der silbermarkischen Gesellschaft, weit ab der großen Städten. Die angepasstesten von ihnen schließen sich der Kupferfellzehnerschaft der Stahlhauerkohorte an.
Aussehen
Braunpelze haben eine meist blasgrüne Haut, ein dichtes braunes Fell und fransig spitze Ohren. Die Ausprägung ihrer Hauer schwankt von Stamm zu Stamm. Auch wenn die Braunpelze wohl die kleinste silbermärkische Orksippe sind, sind sie durchschnittlich kräftiger als Menschen und wissen dies auch einzusetzen.